LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen

Der älteste erhaltene Hochofen des Ruhrgebiets steht nicht etwa in Essen oder Oberhausen, er steht im beschaulichen Hattingen am Südrand des Reviers. Neben dem mittelalterlich anmutenden Fachwerk des Ortes wirkt die 1854 gegründete Hütte wie von einem anderen Stern. Gleich drei Themenpfade erzählen spannende Geschichten über turmhohe Technikkolosse, hartgesottene Hüttenwerker und den Vormarsch der Natur …

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… Der „Weg des Eisens“ verschafft Besuchern zunächst einen weiten Rundblick von der Höhe des Hochofens in rund 50 Metern auf Gießhalle, Möllergraben und die Gaszentrale mit der mächtigen Gebläsemaschine. Der „grüne Weg“ führt durch die erstaunliche Natur des Industriedenkmals – wilder Majoran und Schmetterlinge inbegriffen. Kinder folgen dem Museums-Maskottchen auf den geheimnisvollen "Weg der Ratte".

Die schiffbare Ruhr ist neben den reichen Kohle- und Erzvorkommen der Region ein wichtiger Standortfaktor für den Werksgründer Graf Henrich zu Stolberg-Wernigerode. Nachdem seine Harzer Hütten auf Holzkohlebasis unrentabel geworden sind, setzt er hier auf die neue Technologie koksbefeuerter Hochöfen. Wie richtig er damit liegt, bestätigt die Erfolgsgeschichte der fortan nach ihm benannten Hütte.

Das erkennt auch die Kasseler Firma Henschel & Sohn, die im 19. Jahrhundert einen Ruf als bedeutender Hersteller von Lokomotiven erwirbt. Sie übernimmt die Henrichshütte 1904 und modernisiert sie umfassend. In den folgenden Jahrzehnten produzieren hier bis zu 10.000 Menschen – darunter zeitweise tausende Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter – von Grobblechen für den Schiffsbau bis zu Kurbelwellen die verschiedensten Stahl- und Eisenprodukte. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehört das Werk zunächst zum Unternehmen Rheinstahl, das den Hüttenbetrieb ab 1950 schrittweise wieder aufnimmt. Knapp zehn Jahre später haben hier wieder über 10.000 Menschen Arbeit. 1974 geht der Standort in den Besitz der Thyssen-Gruppe über. Als die Hochöfen 1987 nach fast 150 Jahren endgültig ausgeblasen werden, trifft dies auf den erbitterten Widerstand einer ganzen Region. „Die Verbrecher haben entschieden!“ kommentiert der damalige Betriebsratsvorsitzende Rolf Bäcker den entsprechenden Beschluss des Thyssen-Aufsichtsrats fassungslos. Kurz darauf bewahrt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) einen Teil der Bauten vor dem Abriss. Erzbrücke und Winderhitzer, Stahlkonverter und Gleisstränge, die Gießhalle samt Schaugießerei und nicht zuletzt der Hochofen selbst sind heute Teil des Industriemuseums Henrichshütte.

 

Die „Stahl•Zeit•Reisenden“ Luise & Alfred: LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen

Lu:

Hattingen ist herrlich. Schwarz-weißes Fachwerk wie zuhause im Sauerland – einfach romantisch!

 

Vollständiger Dialogtext
Lu: Hattingen ist herrlich. Schwarz-weißes Fachwerk wie zuhause im Sauerland – einfach romantisch!

Al: Das war gestern, nix für mich! Im Osten dieser altehrwürdigen Stadt geht ein glänzender neuer Stern auf!

Lu: Glüht eher wie die Sonne am Abend! Dein neuer Stern brennt, Al!

Al: Abgestochen – einer der Hochöfen der Henrichshütte wird abgestochen. Das solltest Du eigentlich kennen – im Miniaturformat!

Lu: Welch’ Spektakel. Ich hatte hier im schönen Ruhrtal ein solch riesiges Hüttenwerk gar nicht erwartet!

Al: Nichts lag näher! Hier kommt Eisenstein vor. Die Steinkohle liegt nicht fern und einen schiffbaren Fluss bis zum Vater Rhein – der ideale Standort für den ersten Hochofen an der Ruhr – „en vogue“ sogar mit einem Bessemer-Stahlwerk …

Lu: Und DU hast das alles aus dem Boden gestampft?

Al: Schön wär‘s, aber so ein Graf aus dem Harz ist mir zuvorgekommen.

Lu: Sag jetzt besser nichts gegen Adelige oder gar gegen die „Provinz“!

Informationen zum Besuch

Adresse:
Werksstr. 31-33
45527 Hattingen
Tel. 02324/9247140
henrichshuette@lwl.org
www.henrichshuette-hattingen.lwl.org

Öffnungszeiten:
Di–So: 10–18 Uhr

Information zur Barrierefreiheit Cafe Imbiss in der Nähe Erreichbar über Rad und Wanderwege Interessant für Kinder Reisebusparkplatz vorhanden

300 t Maßarbeit. Die Henrichshütte fertigt einen Atomreaktor-Druckbehälter (1963–1965)

Kurzbeschreibung (Film ohne Ton)

Die Rheinstahl Hüttenwerke AG – damalige Eigentümerin der Henrichshütte – fertigt zwischen 1963 und 1965 einen Reaktordruckbehälter für das erste nukleare Großkraftwerk der Bundesrepublik in Gundremmingen an der Donau an.

Die Henrichshütte Hattingen gestern und heute

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LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen

Der älteste erhaltene Hochofen des Ruhrgebiets steht nicht etwa in Essen oder Oberhausen, er steht im beschaulichen Hattingen am Südrand des Reviers. Neben dem mittelalterlich anmutenden Fachwerk des Ortes wirkt die 1854 gegründete Hütte wie von einem anderen Stern. Gleich drei Themenpfade erzählen spannende Geschichten über turmhohe Technikkolosse, hartgesottene Hüttenwerker und den Vormarsch der Natur …

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322839 Altstadt Hattingen
Altstadt Hattingen

Tuchmacher und florierende Textilbetriebe haben Hattingen schon zu Hansezeiten erblühen lassen. Aber diese Perle an der Ruhr war auch reich an Bodenschätzen. So hat ein gewisser Graf Heinrich mit seiner „Hütte“ vor den Toren der Stadt für den Einzug schwerer Industrie und noch mehr Betriebsamkeit gesorgt. Schmuckes Städtchen! Ein kleiner Bummel läge mir sehr am Herzen. Alfred...? Hättest Du noch Kohle für ein paar … sagen wir … Perlen?

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322838 Burg Blankenstein
Burg Blankenstein

Volmarstein, Blankenstein – steinreiche Gegend hier … Dabei ist die Steinkohle viel nördlicher zu verorten. Doch das sei nur am Rande erwähnt. Die ehrenwerten Grafen von der Mark behielten wohl gerne den Überblick und hatten offenkundig einen Blick für strategisch gute Lagen – wirklich sympathisch diese Herrschaften aus Altena.

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